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Lied aus dem Süden des Stromes
morgen für morgen vergebliche Sucht.
Wusst' ich, dass Gezeiten so treu bestehn,
hätt' ich den Flussburschen mir ausersehn.
早知潮有信,嫁與弄潮兒。
Dieses Werk ist im traditionellen Volksliedversmaß eines siebenäsilbigen Vierzeilers verfasst. Es verwendet ein strenges Reimschema mit ebenem Ton und nutzt die Reimzeichen für die zweite und vierte Zeile. Die poetische Struktur stützt sich auf einen scharfen psychologischen Wendepunkt im Schlusscouplet, in dem die häusliche Enttäuschung über merkantile Bestrebungen den verlässlichen Rhythmen der Natur gegenübergestellt wird, verkörpert durch die Flussjünglinge.
Das während der mittleren Tang-Dynastie verfasste Gedicht greift auf das traditionelle musikalische Genre der Balladen vom Süden des Stromes zurück, die typischerweise die emotionalen Nöte junger Frauen zum Ausdruck bringen, welche von reisenden Ehemännern zurückgelassen wurden. Die historische Realität der Tang-Händlerwirtschaft – gekennzeichnet durch den Fern-Flusstransport durch gefährliche Schluchten wie Qutang – bildet den sozioökonomischen Hintergrund für die in den Versen dargestellte häusliche Entfremdung.
Das Gedicht folgt einem raschen narrativen Bogen, der sich von ehelichem Groll zu einer ironischen, vom Volk inspirierten Entschließung bewegt.
Die Bildsprache konzentriert sich auf das Zusammenspiel zwischen Handelsreisen und natürlichen Zyklen:
Das Gedicht schlägt eine Brücke zwischen elitärem literarischem Handwerk und volkstümlicher Energie und hebt die emotionale Belastung wirtschaftlicher Trennung hervor. Seine Erforschung von Reue, weiblichem Handeln und dem ironischen Kontrast zwischen menschlicher Untreue und natürlicher Beständigkeit spricht universell die menschliche Verfassung über kulturelle Grenzen hinweg an.