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Changgan-Ballade: I
Ich spielte draußen und pflückte mitsamt
Dem Duft der Blüten, als du frisch und fern
Auf Bambuspferden rittest und entflammt
Grüne Pflaumen warfst im frohen Spiel.
Wir wohnten nah in Changgan, Kind an Kind,
Zwei kleine Wesen, frei von Arg und Ziel.
Mit vierzehn Jahren nahm dein Herz mich blind
Als junge Braut, zu schüchtern für den Blick;
Ich wandte stumm das Antlitz von dir fort
Zur dunklen Wand, schloss mich in mir zurück
Und gab auf tausend Ruf' kein einzig Wort.
Mit fünfzehn Jahren hob sich mein Gesicht,
Ich schwur, mit dir zu Staub und Asche sein,
Zu halten treu die Treue, die nicht bricht,
Und nie am Aussichtsturm zu klagen pein.
Mit sechzehn zogst du fort in weite Welt,
Den wilden Qutang-Strom und Strudel an,
Wo Raubgetier im finstern Forst gellt
Und Affenweinen Schreckenszeichen spann.
Vor unsrer Tür, dort wo dein Fuß einst trat,
Wächst dichtes Moos nun auf den Steinen grün;
Der Herbstwind fegt das Laub vom welken Pfad,
Die Blätter fallen, wenn die Winde ziehn.
Das Moos ist tief, kein Besen fegt es fort;
Im achten Monat fliegen Schmetterlinge
Paarweise tanzend an dem stillen Ort.
Mein junges Rot verblüht in stumme Dinge.
O fährst du bald den Strom herab zu mir,
So schick ein Wort voraus in unser Haus!
Kein Weg ist mir zu weit, ich eile dir
Entgegen bis zum Changfeng-Sand hinaus.
郎騎竹馬來,遶牀弄青梅。
同居長幹裏,兩小無嫌猜。
十四爲君婦,羞顏尚不開。
低頭向暗壁,千喚不一迴。
十五始展眉,願同塵與灰。
常存抱柱信,豈上望夫臺。
十六君遠行,瞿塘灩預堆。
五月不可觸,猨鳴天上哀。
門前遲行跡,一一生綠苔。
苔深不能掃,落葉秋風早。
八月蝴蝶來,雙飛西園草。
感此傷妾心,坐愁紅顏老。
早晚下三巴,預將書報家。
相迎不道遠,直至長風沙。
Blumen sammelnd, an der Tür spielte ich.
Du kamst auf einem Bambuspferd geritten,
Um das Bett, spielend mit grünen Pflaumen.
Gemeinsam wohnten wir in der Changgan-Gasse,
Beide jung, ohne Verdacht oder Zweifel.
Mit vierzehn wurde ich deine Frau,
Das schüchterne Gesicht noch nicht entfaltet.
Den Kopf senkend zur dunklen Wand,
Ein Tausend Mal rufen, nicht ein einziges Mal umdrehen.
Mit fünfzehn begann ich die Augenbrauen zu glätten,
Wünschend, Staub und Asche mit dir zu sein.
Immer den Umarmungs-Säulen-Glauben bewahrend,
Wie könnte ich die Gatten-Beobachtungs-Terrasse besteigen?
Mit sechzehn reistest du weit fort,
Qutang-Schlucht und die Yanyu-Stapeln.
Im fünften Monat unberührbar,
Gibbons rufen, im Himmel Trauer.
Vor dem Tor die verweilenden Fußspuren,
Eine nach der anderen, grünes Moos wächst.
Moos zu tief, um wegzukehren,
Fallende Blätter, Herbstwind kommt früh.
Im achten Monat kommen Schmetterlinge,
Paarweise fliegend im Gras des westlichen Gartens.
Bewegt hiervon verletzt dies mein Herz,
Sitzend und trauernd altert mein rosiges Gesicht.
Früh oder spät die Drei Schluchten herabsteigend,
Im Voraus einen Brief senden, um das Haus zu benachrichtigen.
Einander treffend, werde ich es nicht weit nennen,
Gerade bis zu den Changfeng-Sänden.