SINOPOEMS
Language
🌐 Language
LESEZEICHEN
To bookmark this poem:
Press Ctrl + D (Windows) or ⌘ + D (Mac).

Gipfel der Sommerwolken: Weite Himmel und hohe Wolken

Weit dehnt der Himmel sich, wo hohe Wolken zieh'n und ferne Wasser flieh'n,
Ein kühler Schein umgibt die sinkende Sonn'.
Die stillen Stufen ruh'n; der weiße Weidenschnee wird dünn,
Und zinnoberne Pforten bleiben dicht verschlossen,
Indes der junge Sang der Oriolen tönt.
Ich klage, wie so rasch das Rein-Hell-Fest verfloß,
Und wie der letzte Duft sich in geheimen Schmerz verwandelt.
Durch Tage trüber Schwere und erzwung'ner, schlafloser Nächte Flucht
Erwach' ich nur, um zu seh'n, dass der Frühling entfloh.
Zwei sorgenschwere Brauen tragen all mein Leid.
Kaum kost' ich diesen zarten, trüben Sinn,
Schau' ich das flüchtige Band schon schwinden.
Ein tiefer Rückhalt, der kein irdisch' Vorbild kennt,
Apath'scher Geist, der sterbliche Blicke scheut —
Wer hätte ahn'n können, dass im Traum der Penglai-Insel,
Lang' nachdem verwehte Düfte längst vergangen,
Noch eine Botschaft leis' verweilt?
Und könnten wir auch Blüten und Oriolen binden, der starrsinnig' Ostwind weicht nicht aus,
Und lässt uns Aug' in Aug' mit unserm Kummer allein.
天闊雲高,溪橫水遠。
晚日寒生輕暈。
閒階靜、楊花漸少,朱門掩、鶯聲猶嫩。
悔匆匆、過卻清明,旋佔得餘芳,已成幽恨。
都幾日陰沈,連宵慵困。
起來韶華都盡。
怨入雙眉閒鬥損。
乍品得情懷,看承全近。
深深態、無非自許。
厭厭意、終羞人間。
爭知道、夢裏蓬萊,待忘了餘香,時傳音信。
縱留得鶯花,東風不住,也則眼前愁悶。
tiān kuò yún gāo, xī héng shuǐ yuǎn.
wǎn rì hán shēng qīng yùn.
tiān jiē jìng, yáng huā jiàn shǎo, zhū mén yǎn, yīng shēng yóu nèn.
huǐ cōng cōng, guò què qīng míng, xuán zhàn dé yú fāng, yǐ chéng yōu hèn.
dōu jǐ rì yīn chén, lián xiāo yōng kùn.
qǐ lái sháo huá dōu jìn.
yuàn rù shuāng méi jiàn dòu sǔn.
zha pǐn dé qíng huái, kàn chéng quán jìn.
shēn shēn tài, wú fēi zì xǔ.
yàn yàn yì, zhōng xiū rén jiān.
zēng zhī dào, mèng lǐ péng lái, dài wàng le yú xiāng, shí chuán yīn xìn.
zòng liú dé yīng huā, dōng fēng bú zhù, yě zé yǎn qián chóu mèn.
Himmel ausgedehnt Wolken hoch, Strom horizontal Wässer fern.
Abendsonne Kälte erzeugt leichten Hof.
Leere Stufen ruhig, Weidenkätzchen allmählich wenige, zinnoberrote Tore geschlossen, Oriolestimmen noch zart.
Bedauern eilig, vorbeigehend Reines Hell, frisch ergreifend verbleibenden Duft, schon bildend verborgene Traurigkeit.
Insgesamt wie viele Tage bedeckt trüb, aufeinanderfolgende Nächte träge schläfrig.
Aufstehend Frühlingsglanz gänzlich erschöpft.
Groll tritt in doppelte Brauen kämpfend beschädigt.
Gerade genießend erlangten Gefühlszustand, betrachtend Haltung gänzlich nah.
Tiefes tiefes Gehabe, nichts anderes als selbst erlaubt.
Träges träges Vorhaben, letztlich beschämt menschliche Welt.
Wie zu wissen, Traum im Inneren der Penglai-Insel, wartend vergessen verbleibenden Duft, gelegentlich übermittelnd Klang Brief.
Selbst wenn behalten können Oriolen und Blumen, Ostwind nicht stoppend, auch dann vor Augen Sorge Schmerz.

I. Formale poetische Architektur und Metrik

Dieses klassische Werk folgt der Song-Liedform mit dem Titel Gipfel der Sommerwolken. Das Lied hält sich streng an die regulierten metrischen Muster, die während der Nördlichen Song-Zeit für diese spezifische musikalische Vorlage etabliert wurden, gekennzeichnet durch eine komplexe Verschiebung der Zeilenlängen, bewußte Pausen und eingestreute Reimwechsel. Das Versmaß bewegt sich fließend von makrokosmischer Landschilderung zu intimer psychologischer Introspektion unter Verwendung ausgewogener interner Phrasierung und feine modulierter tonaler Übergänge, um den allmählichen Abschied vom späten Frühling widerzuspiegeln.

II. Historische Chronologie und existentieller Impuls

Verfasst von Zhongshu – einem bedeutenden Literaten und buddhistischen Mönch der Nördlichen Song-Dynastie, der sich zwischen weltlicher ästhetischer Verfeinerung und monastischer Zurückgezogenheit bewegte –, fängt das Lied die melancholische Haltung der elitären Gelehrtenklasse in Zeiten persönlicher Wandlung ein. Vor dem Hintergrund des späten Frühlings externalisiert das Gedicht existenzielle Ermüdung, geistige Entwurzelung und das schmerzliche Bewußtsein des Alterns durch die Bildlichkeit schwindender Frühlingsschönheit und der Einsamkeit in abgeschiedenen Gemächern.

III. Zeile-für-Zeile-Exegese und Dekodierung der Allusionen

Das Gedicht entfaltet sich in einem akribisch strukturierten emotionalen Bogen, der von weitschweifiger äußerer Szenerie zu intensiver psychologischer Eingeschlossenheit übergeht.

  • Verse 1-2 (Eröffnungscouplet): Vers 1 („Weit dehnt der Himmel sich...“) etabliert einen weiten, kühlen Raumhorizont, während Vers 2 („Ein kühler Schein umgibt die sinkende Sonn'“) unmittelbar ein Gefühl saisonalen Niedergangs und drohender Kälte einführt.
  • Verse 3-4 (Erster antithetischer Bogen): Vers 3 („Die stillen Stufen ruh'n...“) und Vers 4 („Und zinnoberne Pforten bleiben dicht verschlossen...“) stellen die Stille verlassener Gärten und schwindende Frühlingszeichen einsamen Gelehrtenbehausungen gegenüber.
  • Verse 5-6 (Zweiter antithetischer Bogen / Klimax): Vers 5 („Ich klage, wie so rasch das Rein-Hell-Fest verfloß“) und Vers 6 („Und wie der letzte Duft sich in geheimen Schmerz verwandelt“) markieren den psychologischen Wendepunkt, an dem vorübergehende Feste sich in tiefe innere Trauer wandeln.
  • Schlussverse: Die Schlußverse („Und könnten wir auch Blüten und Oriolen binden, der starrsinnig' Ostwind weicht nicht aus / Und lässt uns Aug' in Aug' mit unserm Kummer allein“) erreichen eine tiefe philosophische Resignation angesichts der Unmöglichkeit, die Zeit anzuhalten oder flüchtige Schönheit festzuhalten.

IV. Kulturelle Symbolik und Schlüsselmetaphern

Der Text bedient sich tief verwurzelter klassischer Bildlichkeit, um psychologische Zustände ohne direkte Belehrung auszudrücken.

  • Weidenkätzchen und Oriolenlieder: Diese dienen als Standardmarker des späten Frühlings und repräsentieren Vergänglichkeit, schwindende Jugend und die mit dem jahreszeitlichen Abschied einhergehende Melancholie.
  • Penglai-Insel: Durch den Bezug auf das mythische daoistische Reich der Unsterblichen wird ein unerreichbarer spiritueller Zufluchtsort evoziert, der Traumideale der harten wachen Realität gegenüberstellt.

V. Philosophischer Kern und globale Resonanz

Das philosophische Fundament des Gedichts verwebt buddhistische Vergänglichkeit mit der für die Literatenästhetik typischen Melancholie. Die Unvermeidbarkeit des Abschieds vom Frühling und die verbleibende Trauer unerfüllter Ideale spiegeln eine universelle menschliche Auseinandersetzung mit der Zeit wider. Durch exquisite sprachliche Handwerkskunst verwandelt der Dichter persönliche Öde in ein bleibendes Denkmal klassischer Eleganz.

Link in die Zwischenablage kopiert!